Die Anarcho-Partisanen von Belarus – Achtung: Neuer Ort!

Die Info- und Soliveranstaltung anlässlich des Tages der politischen Gefangenen zu den 4 anarchistischen Gefangenen Ihar Alinevich, Siarhei Ramanau, Dzmitry Rezanovich und Dzmitry Dubouski findet nun am Dienstag, 17.03 im Heizhaus auf der Brücke statt. Mehr Infos zum Vortrag und den Gefangenen findet ihr unter dem letzten Beitrag zu der Veranstaltung.

Außerdem: V.A.P.C.A. gibt es auch. Also kommt vorbei:)
Wir sehen uns um 19Uhr zum Essen und um 20Uhr beginnt der Vortrag.

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Queerfeministische Kundgebung am 07.03

Seit der letzten Bundestagswahl vor zehn Monaten konnten wir beobachten, wie der Rechtsruck in zahlreichen „westlichen“ Ländern immer schneller voranschreitet und die Lage immer brenzliger wird. Wir beobachten wie sich faschistoide Strömungen und Kriegstreiberei, auch besonders in Deutschland, immer weiter zuspitzen. Wir wollen diese akuten Entwicklungen nicht beschönigen sondern klar sagen, was wir sehen: Der Faschismus ist wieder en vogue.

Auch sehen wir schon die ersten Gesetzte und Bestrebungen in Kraft treten, der Kriegsdienst kommt zurück. Wir sehen einen Kanzler, der die Produktionsverhältnisse zuspitzt und immer mehr Kontrolle über die Produzierenden ausüben will. Das Recht auf Teilzeit wird abgeschafft. Der Kanzler spricht davon, dass Menschen doch krank zur Arbeit gehen sollen und das ein Job neben der Rente doch nicht schaden könne.

Wir sehen diese Entwicklungen und können ahnen was als nächstes kommt: Wenn die Produktion gesichert ist, kommt die Reproduktion. Und es ist klar, was das heißt. Der Faschismus bedeutet Krieg, Krieg braucht Soldaten und die Kriegsproduktion braucht Arbeitskraft.

Was bedeutet das für uns? Unsere Reproduktionsrechte sind gefährdet. Wir müssen davon ausgehen, das sich die rechtliche Lage gebärfähiger Körper nicht verbessern wird sondern im Gegenteil. Wir müssen damit rechnen unseren, sowieso schon prekären, Zugang zu Sterilisation, Geburtenkontrolle und Abtreibungen zu verlieren. Auch werden gebärfähige Menschen, die nicht in das völkisch Ideale Menschenbild passen, und Kinder bekommen wollen, mit allen Mitteln davon abgehalten werden. Um möglichst viele, in den Augen der Herrschenden, „richtige“ menschliche Ressourcen zu schaffen, wird uns unsere Selbstbestimmung entrissen und unsere Stimme gebrochen werden. Das ist das Fundament auf dem Krieg und Faschismus Fußen.

Darüber hinaus müssen wir davon ausgehen, dass gebärfähige Menschen auf ebendieses Merkmal der Reproduktion reduziert werden, insofern sie dem gewünschten Menschenbild entsprechen. Das bedeutet zum einen, das Frauen immer mehr Rechte entzogen werden müssen, um sie in das Haus und in die Reproduktionsarbeit zu verbannen, zum anderen, das die heteronormative Familie den einzig akzeptierten und praktisch möglichen Lebensentwurf darstellen wird.

Das wiederum wird schwere Folgen für die Leben viele Inter- und Transgeschlechtliche sowie queere Menschen haben. Die Menschen die schon geoutet sind, oder bei welchen die Vermutung nahe liegt, werden verfolgt und mit allen Mitteln unterdrückt werden. Die die es nicht sind werden eine Lüge leben oder das selbe Schicksal erleiden. Auch die Reproduktions- und Existenzrechte und die medizinische Versorgung von Trans- und Interpersonen werden stark leiden. Diese Entwicklungen sind jetzt schon zu beobachten: Wegen Regressforderungen der Krankenkasse bekommen viele TIND* Menschen keine Hormone mehr. Mit dem BSD Urteil von 2023 werden vielfach keine Operationen mehr übernommen. Leistungen werden gekürzt und Selbstbestimmung zurückgebaut. Queere Menschen werden außerdem in Beziehungen und auf offener Straße angefeindet, angegriffen und auch ermordet. Malte C. wurde 2017 am Rande des CSD Münster totgeprügelt und viele weitere Opfer erlitten Übergriffe und überlebten nur knapp. Und auch der Staat hält sich mit Angriffen auf queere Menschen nicht zurück. Am 28.06.2024 wurde Maja, eine nonbinäre Person, rechtswidrig von Deutschland nach Ungarn ausgeliefert und sitzt seit dem dort in U-Haft. Dass queeres Leben in ungarischen Knästen keineswegs geschützt ist, interessiert die deutschen Behörden herzlich wenig. Dass queeres Leben auch in deutschen Knästen nicht geschützt ist, ist dabei aber auch klar.

Außderm ist klar: Der Kampf gegen das Patriarchat kann nur antistaatlich, antifaschistisch und queerfeministisch sein. Und der Kampf kann nur organisiert gekämpft werden. Solange wir vereinzelt sind, sind wir angreifbar.

DESWEGEN am 07.03, 18.30Uhr, Ludwigsplatz

Wir wollen laut und kämpferisch, gegen Krieg und Faschismus und für queere Selbstorganisierung, Selbstbestimmung und Selbstverteidigung einstehen.

Lasst uns das Patriarchat auf den Kompost hauen, es ist scheiße genug um Dünger zu sein.

Solidarität mit den Gefangenen in Belarus

Die Anarcho-Partisanen von Belarus

Im Oktober 2020 wurden in Belarus vier Anarchisten festgenommen:
Ihar Alinevich, Siarhei Ramanau, Dzmitry Rezanovich und Dzmitry Dubouski.

Die Behörden warfen ihnen Terrorismus, Brandstiftung und illegalen Waffenbesitz vor – Vorwürfe, die im Kontext der politischen Repressionen in Belarus zu verstehen sind.

Die als Anarcho-Partisanen bekannten Aktivisten erhielten extrem harte Strafen: zwischen 19 und 24 Jahren Haft, Isolation und Folter inklusive. Damit gehören sie zu den am schwersten bestraften politischen Gefangenen des Landes.

Am Dienstag berichtet ein Verwandter eines der Partisanen über ihre Geschichte, ihren Widerstand gegen die Lukaschenko-Diktatur und die Situation im belarusischen Gefängnissystem.

Wir möchten euch einladen, Solidaritätsbriefe an die vier Gefangenen zu schreiben, um ihnen zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind.

Dienstag, 17.03
Essen: 19.00Uhr
Vortrag: 20.00Uhr

Enforce Tac schließen!

Vom 23. – 25. Februar 2026 soll im Nürnberger Messezentrum erneut die als Sicherheitsmesse verharmloste Waffenmesse Enforce Tac stattfinden. Die wachsende Bedeutung der Enforce Tac als die größte Messe ihrer Art in der BRD, unterstreicht der neu gewonnene Schirmherr für das militaristische Verkaufsspektakel – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Der ehemalige Black Rock  Manager übernimmt persönlich, macht sein Amt zum werbeträchtigen Aushängeschild und wird bei der Enforce Tac Galionsfigur der Rüstungsproduzenten und Waffenhändler. Dem wollen wir uns in Nürnberg, der selbsternannten Stadt der Menschenrechte, entschieden entgegenstellen.

Was ist die Enforce Tac?
Die Enforce Tac findet seit 2011 in Nürnberg statt. Spätestens seitdem die deutsche Bundesregierung die „Zeitenwende“ ausgerufen hat, wurde die Waffenmesse zu einer zentralen internationalen Aufrüstungsplattform in der BRD. Nicht nur deutsche Konzerne wie Rheinmetall, Heckler und Koch, der lokale Rüstungskonzern Diehl oder das israelische Unternehmen Elbit Systems sind vor Ort vertreten, sondern ebenso Vertreter*innen verschiedener internationaler Behörden, wie Polizeien, Militärs und der NATO-Staaten. Insgesamt kommen rund 1000 Aussteller der Kriegswirtschaft, die ihr Waffenarsenal zur Schau stellen, um ihre blutigen Kriegsprofite zu realisieren. Waffen und Technologien dieser Rüstungskonzerne waren und sind in zahlreichen Kriegsgebieten der Welt für unvorstellbare Zerstörung, Elend und hunderttausende Tote verantwortlich, so zum Beispiel in Syrien, dem Sudan, der Ukraine und Palästina.

Welche Konzerne sind beteiligt? – Ein Schlaglicht
Während mit Würth, Kärcher, Schaeffler, Carl Zeiss und dem Club-Sponsor Saab Konzerne ausstellen, die man nicht sofort mit der Produktion für militärische Zwecke assoziiert, sind natürlich auch die großen Namen der Aufrüstung vertreten. Darunter Rheinmetall – ein deutscher Konzern, der derzeit wie kein anderer erneut von der deutschen Kriegsvorbereitung profitiert und schon zentraler Akteur beider Weltkriege war. Des weiteren der lokale Rüstungshersteller Diehl, der bereits im deutschen Faschismus mit Zwangsarbeit und Weltkrieg seine Gewinne machte und sein Kapital unbeschadet und unbehelligt in die BRD hinüber rettete. Diehl unterhielt genauso wie Rheinmetall ein eigenes Konzentrationsaußenlager für seine Produktion. Ein namhaftes internationales Unternehmen auf der Messe wird der israelische Elbit Systems Konzern sein. Elbit wirbt mitunter damit, dass ihre Waffensysteme kriegserprobt seien. Erprobt beispielsweise im Rahmen des selbst von der Mehrheit der UNO-Staaten als Völkermord bezeichneten Krieges in Gaza. Dies ist nur eine kleine Auswahl der Verkommenheit, welcher die Stadt Nürnberg auf der Messe Räume zu Verfügung stellt und mit offenen Armen willkommen heißt.

Welche Rolle spielt dabei die Stadt Nürnberg?
Die Stadt Nürnberg stellt gemeinsam mit dem Land Bayern als Mehrheitseigner der Nürnberg Messe GmbH die Infrastruktur der Enforce Tac und profitiert über die Mieteinnahmen mit an den kriegerischen Auswirkungen der imperialistischen Verhältnisse. Sie begrüßt ihr Stattfinden ausdrücklich mit der Begründung, dies sei eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Nürnberg. Schirmherr ist Friedrich Merz, ehemaliges Vorstandsmitglied von Blackrock, das wiederum heute Mehrheitsanteilseigner des Unternehmens Rheinmetall ist. Daneben präsentieren sich seit Jahren der bayrische Ministerpräsident Söder, wie auch der bayrische Innenminister Herrmann als prominente Förderer der Kriegsmesse.

Keine Kriegsmesse in Nürnberg!
Wir wollen deshalb mit euch allen gemeinsam gegen ein zentrales Element der Kriegsvorbereitung und Kriegspolitik der BRD – gegen den Waffenhandel – aktiv werden. Wir wollen weder Wehrpflicht – also Kriegsdienst, noch Normalisierung von Krieg. Wir fordern: Enforce Tac schließen! Ungehorsam Jetzt! Zusammen kämpfen gegen Waffenhandel, Aufrüstung und Krieg! Kommt zur Demonstration gegen die Waffenmesse am 21.02.2026 um 14 Uhr Gostenhofer Hauptstraße/Plärrer!

Aufrüstung, Waffenhandel und Kriegsvorbereitung – Warum das Ganze?
Im Gegensatz zum Rest der Welt stoßen die Möglichkeiten in den westlichen Staaten, immer mehr Profite zu machen, seit Jahren an ihre Grenzen. Daraus resultierend, verschärft sich die Konkurrenz unter den Machtblöcken zunehmend. Die BRD formuliert nach wie vor einen Führungsanspruch in diesem internationalem Hauen und Stechen. Deshalb möchte die BRD kriegstüchtig werden, um vorerst im Bündnis mit der EU und den NATO-Staaten ihre Rolle als führender imperialistischer Staat, angesichts internationaler Konkurrenz zu verteidigen und auszubauen. Neben Sanktionen, Zöllen und staatlicher Subventionierung der eigenen Konzerne, steigt die Bereitschaft von Staaten wie Deutschland an der Spitze der EU, den USA oder Russland, ihre Wirtschaftsinteressen in größerem Maßstab mittels Militär, Krieg, Boykotte, Wirtschaftsblockaden, Drohungen und nicht zuletzt der Verschleppung von Präsidenten, durchzusetzen, rasant. Die potentielle Gefahr eines erneuten Weltkrieges schreckt die Kriegstreiber dabei nicht. Die BRD versucht durch ihr Aufrüstungs- und Militarisierungsprogramm die größte Landstreitkraft Europas zu bilden, um zukünftig die eigenen Kapitalinteressen noch unabhängiger militärisch durchsetzen zu können und darüber ganz konkret die Krise der heimischen Industrie durch den Ausbau profitabler Rüstungsproduktion zu lösen. Damit etabliert sie letzten Endes eine Kriegswirtschaft. Dazu werden neben den Milliarden von Euro umfassenden Staatsaufträgen an nationale Rüstungskonzerne wie Rheinmetall auch Beziehungen zu internationalen Rüstungskonzernen benötigt, um deren Technologie nutzen zu können. Um all das strategisch auf- und auszubauen braucht es Plattformen wie sie die Enforce Tac bietet. Neben der zur Koordinierung und Abstimmung der NATO-Staaten stattfindenden Sicherheitskonferenz in München, übernimmt dabei die Enforce Tac Waffen- und Kriegsmesse in Nürnberg die wichtige Aufgabe, die Aufrüstung der Bundeswehr, von NATO Partnern, sowie den interessengeleiteten Waffenhandel in Krisen- und Kriegsgebiete zu organisieren, zu koordinieren und voranzutreiben.

Demo || 21.02.2026 || 14:00 Uhr || Gostenhofer Hauptstraße / Am Plärrer ||

Wir sind alle Antifa – Updates zum Budapest-Komplex

Ende Januar wollen wir mit euch zusammenkommen und uns gemeinsam einen aktuellen Überblick über die Repression gegen die im Budapest komplex verfolgten Antifas verschaffen.

In einer Live Schaltung zu Zaid erfahren wir, wie es ihm geht und wie es um sein Auslieferungsverfahren in Frankreich steht. Auch zu Ginos Auslieferungsprozess erhalten wir ein Update!

Zudem wollen wir einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen und das kommende Urteil gegen Maja und Anna in Budapest werfen, welches nun auf den 4.2. verschoben wurde.
Den Antifaschist*innen drohen nach wie vor Freiheitsstrafen von bis zu 24 Jahren.

Gefangenenschreiben V.A.P.C.A


In der dunklen Jahreszeit spüren Gefangene die Isolation von der Außenwelt oft nochmal besonders. Deswegen wollen wir unsere Januar VAPCA nutzen, um die Isolation gemeinsam zu durchbrechen und ihnen zeigen, dass sie nicht vergessen sind.
Lasst uns gemeinsam Briefe an die Gefangen hinter den Knastmauern schreiben.

Am 13.01.26 um 19Uhr gibt es im Projekt 31, wie jeden Dienstag, veganes Essen auf Spenden Basis.

Postkarten, Stifte und Gefangenen Listen, bereiten wir für euch vor.

Wir freuen uns auf euch! 🖤

V.A.P.C.A 11.11.25

Bei der Vapca am Dienstag, den 11.11 wollen wir uns einmal mehr mit Knast und Strafe auseinandersetzen.

Weltweit breiten sich privatisierte und profitorientierte Gefängnisse mehr und mehr aus. Aber auch in staatlichen Knästen herrscht Arbeitszwang – bei Löhnen von nur wenigen Euro pro Stunde. Strafe und der sogenannte gefängnisindustrielle Komplex sind daher entscheidende Strukturen zur Aufrechterhaltung kapitalistischer Herrschaft und ihre Rolle muss (, neben anderen,) immer aus dem Blickwinkel kapitalistischer Krisenhaftigkeit betrachtet werden.

Für den Staat, den ‚Verwalter‘ der kapitalistischen Herrschaft und die strafende Instanz, sind deswegen gemeinschaftsbasierte Konzepte, die nicht auf Einsperrung und Arbeitszwang abziehlen sondern auf Einigung zwischen Konfliktparteien und auf Wiederherstellung oder Veränderung der Ausgangsbedingungen gefährlich.

Am 11.11 wollen wir zusammen einen Film über eines dieser Konzepte anschauen und kritisch diskutieren. Wie unterscheiden sich unterschiedliche Konzepte? Wie sind sie entstanden und was sind ihre Grenzen?

Außerdem wollen wir Postkarten an die Gefangenen schreiben und ein Solifoto für den Prozessauftakt von Zaid in Paris machen.

Food: 19Uhr
Solibild: 19.40Uhr
Screening: 20.00Uhr

Wir sehen uns!

Gerechtigkeit für Lorenz

Schon wieder hat die Polizei einen schwarzen Menschen ermordet. Lorenz wurde am 20.04.2025 von hinten mit drei Schüssen in Hüfte, Oberkörper und Kopf durch die Polizei Oldenburg erschossen. Eine Kugel streifte Lorenz’ Oberschenkel, eine Kugel verfehlte. Der Tod des
21-Jährigen reiht sich ein in die Kontinuität rassistischer Morde durch die Polizei in Deutschland an People of Color. Mouhamed Lamine Dramé, Qosay Khalaf, Halim Dener, Achidi John, Amad Ahmad, Rooble Warsam, Christy Schwundeck und Ouri Jalloh sind nur wenige von vielen, die ihr Leben, direkt oder indirekt, durch die Polizei verloren.


‚Rassistische Mörderbullen ermitteln gegen rassistische Mörderbullen‘


Im staatlichen Standardvorgang nach Polizeimorden ermittelt die Polizei gegen sich selber. Dabei kam es bis jetzt in kaum einem Fall zu belastbaren Ergebnissen. Im Gegenteil, die Polizei verstrickt sich meistens selber in Lügen und Falschaussagen. Nach dem Mord an Ouri Jalloh behauptete die Polizei er hätte sich in der Zelle selbst angezündet. Die Initiative in Gedenken an Ouri Jalloh konnte sowohl beweisen, dass Ouri sich unmöglich selbst angezündet haben konnte, als auch, dass er vor seinem Tod schwer misshandelt worden war. Auch die Ermittlungen
der Polizei Frankfurt gegen die Frankfurter Polizei, die in internen Chatgruppen misogyne, antisemitische und rassistische Hetze verbreitete und Drohmails, unterschrieben mit ‚NSU2.0‘, verschickte, führten, Überraschung, zu keinem Ergebnis. Anstatt den strukturellen
Rassismus der Polizei anzuerkennen verbreiten Polizei und Behörden das Narrativ von einem unglücklichen Einzellfall nach dem anderen. Um dieses Narrativ zu wahren, werden interne Ermittlungen aktiv blockiert und zum Teil Beweise gefälscht oder beiseite geschafft. Im Gegensatz dazu wurden die Befugnisse der Polizei gegenüber der Bevölkerung in den letzten Jahren drastisch erweitert. Nach dem Mord an Lorenz ermittelt jetzt die Polizei Delmenhorst gegen die Polizei Oldenburg. Nachdem 2021 Qosay Khalaf in einer Polizeiwache in Delmenhorst starb, ermittelte die Polizei Oldenburg – das Verfahren wurde eingestellt. Rassistische Morde durch die Polizei sind nicht das Ergebnis einiger fauler Äpfel oder verwirrter Einzeltäter, sondern das System funktioniert wie gewollt. Rassismus und Kapitalismus sind
miteinander verschränkt und werden vom staatlichen Gewaltmonopol gestützt und genutzt.


Kein Freund, Kein Helfer


Die Polizei schützt uns nicht. Die Polizei schützt den Staat und seine Herrschaftsmechanismen, also die Aufrechterhaltung der weißen Vorherrschaft, des Patriarchats, des Kapitalismus und des Ableismus. Klar kann die Polizei auch sinnvolle Aufgaben übernehmen, wie die Regelung des Verkehrs nach einem Unfall. Das können wir aber selber genauso gut. Dafür brauchen keine hochgerüsteten Bullen, die uns erklären wo wir entlang zu fahren haben und die drohen unsere
schwarzen Freund*innen zu erschießen, wenn sie sich nicht daran halten. Wenn wir die Polizei weiterhin mit Waffen und weiteren Befugnissen ausstatten, wird sie unsere schwarzen Freund*innen weiterhin töten. Wenn wir weiterhin auf staatliche, gewaltorientierte Lösungskonzepte setzten werden wir die staatlichen Herrschaftsmechanismen erhalten.


Schaffen wir die Polizei ab


Die Polizei ist nicht reformierbar. Sie entstand als Institution, um Proteste niederzuschlagen, Arbeitszwang durchzusetzen, die Gesellschaft zu überwachen, das Eigentum einiger weiger zu sichern und die staatliche Herrschaft zu festigen. Das ist auch heute noch ihre Aufgabe
und das wird sich auch nicht ändern, wenn die Polizei queerer, migrantischer oder auf sonst irgendeine Art diverser wird. Bullen werden auch nicht weniger gefährlich für schwarze Menschen, wenn sie sich in ihrer Ausbildung mehr mit Rassismus beschäftigen müssen.
Stattdessen wollen wir den Bullen die Waffen wegnehmen und alle Mittel und Kapazitäten, die für den staatlichen Polizeiapparat verwendet werden in den Bau von Schulen, Wohnprojekten, Gewaltprävention und anderen sinnvollen Community-Projekten stecken. Wir wollen für Communities kämpfen, die nach außen widerstandsfähig sind und nach innen respektvoll und auf Augenhöhe miteinander leben. Anstatt die Polizei zu verändern wollen wir dafür kämpfen sie abzuschaffen. Lasst uns sorgsam miteinander sein, sodass wir gemeinsam gefährlich sein können. Anarchie heißt gegenseitige Hilfe und gemeinsamer Angriff.

Transformative Gerechtigkeit


Ein Ende der Polizei bedeutet natürlich noch lange kein Ende von Grenzüberschreitungen oder übergriffigem Verhalten. Doch eine ehrliche Auseinandersetzung mit vorgefallenen Grenzüberschreitungen wir erst dann überhaupt möglich, wenn die Verantwortung nicht an die
Bullen oder andere staatliche Strukturen ausgelagert wird. Wie können Konzepte aussehen, die eine solche Verantwortungsübernahme möglich machen? Cis und Trans Frauen of Color in armen
Communities in den USA stellten sich diese Frage in den 1990er Jahren. Die Polizei war und ist für sie eine reale Lebensgefahr, die in Konfliktfällen nicht gerufen werden konnte und kann. Daraufhin entwickelten sie, auf Basis von Ansätzen von indigenen Communities, das Konzept der Transformativen Gerechtigkeit. Im Gegensatz zu staatlicher Repression, deren Ziel es ist, die Herrschaftsverhältnisse aufrecht zu erhalten, zielt transformative Gerechtigkeit darauf ab die
Verhältnisse zu verändern, die den Konflikt oder Übergriff hervorgebracht haben. Dabei sieht sie den Konflikt nicht nur als Folge der individuellen Merkmale von Einzelpersonen, sondern als Ergebnis struktureller, gesellschaftlicher Merkmale. Deswegen beziehen transformative Gerechtigkeitsprozesse auch immer die Community mit ein; das Ziel ist gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme. Transformative Gerechtigkeit macht es auch überhaupt erst möglich
Übergriffen vorzubeugen. Die Bullen kommen immer erst danach und machen dann alles noch viel schlimmer.

Gerechtigkeit für Lorenz


Weitere Bullenmorde werden wir verhindern, indem wir die Polizei abschaffen, indem wir gemeinschaftliche Selbstverwaltung und Selbstverteidigung lernen und gegenseitige Hilfe und transformative Gerechtigkeit praktizieren. Und, indem wir für Gerechtigkeit für die Menschen kämpfen die die Polizei schon auf ihrem Gewissen hat. Nach einem Streit in einer Disko wurde Lorenz von der Polizei aufgehalten. Dann tötete sie ihn von hinten mit fünf Schüssen und drei
Kugeln in Hüfte, Oberkörper und Kopf. Die Körperkamera der Polizist*innen war ausgeschaltet. Unsere Gedanken sind bei Lorenz’ Familie und Freund*innen. Wir wünschen ihnen Kraft und möchten sie unterstützen in ihrem Kampf für Gerechtigkeit und gegen weitere Morde durch die Polizei. Dafür wurde unter gofundme.com/f/gerechtigkeit-fur-lorenz ein Spendenkonto eingerichtet.

Für ein Ende der Morde, für ein Ende der Polizei, für
gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme, Solidarität und
gegenseitige Hilfe!


(A)

Wir wollen Selbstbestimmung!

Du willst im Angesicht der kommenden Regierung noch Gebrauch von dem Selbstbestimmungsgesetz machen? Eigentlich geht das ganz einfach: du kannst einen Brief mit bestimmten Daten schreiben, das Original per Post an das Standesamt schicken und kriegst einen Termin in drei Monaten! Leider ist das Standesamt Nürnberg ein bisschen eigen und möchte ein spezifisches Formular…das ist rechtlich nicht bindend, du kannst das auch frei machen aber dann wird es in unserer Erfahrung nicht akzeptiert. Die Stadt besteht auf dieses Formular. Falls jemand diese Erfahrung auch gemacht hat und dagegen klagen möchte könnt ihr euch gerne bei QAF melden! Da die Stadt das Formular aber nicht öffentlich zur Verfügung stellt, machen wir das jetzt 😊 ihr findet es ahier als PDF zum Download.

Uns ist wichtig zu betonen, das die Identität jedes Menschen, egal was in deren Ausweis steht, valide ist und geachtet werden muss! Wir wissen aber das es einiges erleichtert, sich nicht ständig erklären und andere verbessern zu müssen. Deshalb wollen wir hier einen Niedrigschwelligen Zugang schaffen.

Einige Hinweise:
QAF sammelt Infos über die verschiedenen Standesamte in Mittelfranken im Bezug auf die Vornamensänderung. Wenn ihr schon Erfahrungen gemacht habt meldet euch gerne bei uns!
Wenn ihr darüber hinaus rechtliche Beratung braucht, meldet euch gerne bei der radikalen Transberatung im P31.

We want self-determination!
Do you want to make use of the Self-Determination Act in the face of the upcoming government? It’s actually quite simple: you can write a letter, send the original by post to the registry office and get an appointment in three months! Unfortunately, the registry office in Nuremberg is a bit particular and wants a specific form…this is not legally binding, you can also do it freely, but in our experience it will not be accepted. The city insists on this form. If anyone has had this experience and would like to take legal action against it, you are welcome to contact QAF! However, as the city does not make the form publicly available, we are doing this now 😊 You can find here as a PDF for download.

It is important to us to emphasize that the identity of every person, no matter what is written on their ID, is valid and must be respected! However, we know that it makes things easier not to have to constantly explain yourself and improve others. That is why we want to create low-threshold access here.

Some hints:
QAF collects information about the different registry offices in Middle Franconia regarding the change of first name. If you have already had experience, please contact us!
If you need legal advice, please contact the radical trans counseling service at P31.