Wir gedenken an Oury Jalloh

Dieses Jahr jährt sich zum 21-Mal der Mord an Oury Jalloh, der am 07.01.2005 in der Polizeistation Dessau auf seiner Zelle von der Polizei angezündet wurde und verbrannte.

Bis heute weigern sich die Behörden Gutachten, die Beweise für den Mord liefern zur Kenntnis zu nehmen und vertuschen stattdessen lieber weiterhin Tatsachen die die Polizei belasten.
Wie jedes Jahr gibt es am Todestag von Ouri Jalloh eine Demo:
07.01.2026, 14Uhr, Dessau Hbf

Wir wissen, rassistische Morde durch die Polizei waren noch nie eine Seltenheit.
Deswegen:
KEIN FRIEDEN MIT STAAT UND POLIZEI – WIR VERGEBEN NICHT, WIR VERGESSEN NICHT

13120

(A)

Gefangenenschreiben V.A.P.C.A


In der dunklen Jahreszeit spüren Gefangene die Isolation von der Außenwelt oft nochmal besonders. Deswegen wollen wir unsere Januar VAPCA nutzen, um die Isolation gemeinsam zu durchbrechen und ihnen zeigen, dass sie nicht vergessen sind.
Lasst uns gemeinsam Briefe an die Gefangen hinter den Knastmauern schreiben.

Am 13.01.26 um 19Uhr gibt es im Projekt 31, wie jeden Dienstag, veganes Essen auf Spenden Basis.

Postkarten, Stifte und Gefangenen Listen, bereiten wir für euch vor.

Wir freuen uns auf euch! 🖤

V.A.P.C.A 11.11.25

Bei der Vapca am Dienstag, den 11.11 wollen wir uns einmal mehr mit Knast und Strafe auseinandersetzen.

Weltweit breiten sich privatisierte und profitorientierte Gefängnisse mehr und mehr aus. Aber auch in staatlichen Knästen herrscht Arbeitszwang – bei Löhnen von nur wenigen Euro pro Stunde. Strafe und der sogenannte gefängnisindustrielle Komplex sind daher entscheidende Strukturen zur Aufrechterhaltung kapitalistischer Herrschaft und ihre Rolle muss (, neben anderen,) immer aus dem Blickwinkel kapitalistischer Krisenhaftigkeit betrachtet werden.

Für den Staat, den ‚Verwalter‘ der kapitalistischen Herrschaft und die strafende Instanz, sind deswegen gemeinschaftsbasierte Konzepte, die nicht auf Einsperrung und Arbeitszwang abziehlen sondern auf Einigung zwischen Konfliktparteien und auf Wiederherstellung oder Veränderung der Ausgangsbedingungen gefährlich.

Am 11.11 wollen wir zusammen einen Film über eines dieser Konzepte anschauen und kritisch diskutieren. Wie unterscheiden sich unterschiedliche Konzepte? Wie sind sie entstanden und was sind ihre Grenzen?

Außerdem wollen wir Postkarten an die Gefangenen schreiben und ein Solifoto für den Prozessauftakt von Zaid in Paris machen.

Food: 19Uhr
Solibild: 19.40Uhr
Screening: 20.00Uhr

Wir sehen uns!

Tag der deutschen Einheit – Kein Grund zum Feiern

Tag der deutschen Einheit – Für uns kein Grund zu feiern!

Unter diesem Motto steht unsere VAPCA am 14.10.2025. Neben inhaltlicher Auseinandersetzung wollen wir uns ab 19:00 Uhr bei (veganem) JägerSCHNITZEL mit Nudeln und fruchtiger Tomatensoße dem urigen Ostkult hingeben. Die Filmvorführung startet 20:00 Uhr.

Am 03. Oktober 1990 vollzog sich endgültig die Annexion der Deutschen demokratischen Republik
durch den Bundesdeutschen Imperialismus.
Was von den einen als Befreiung gefeiert wurde bedeutete für die anderen die Zerschlagung jeglicher Hoffnungen auf eine Demokratisierung des Sozialismus.

Dies hatte zahllose Folgen wie den wiedererstarkenden Nationalismus, die Verklärung der DDR als das sozialistisches Gegenstück zum NS und der aus dieser Gegenüberstellung folgenden Festigung neoliberaler, bürgerlich-reaktionärer Ideologien. Wir wollen uns anhand eines Filmes mit der Privatisierung der volkseigenen Betriebe durch die Treuhandgesellschaft, dem finanziellen Ausbluten der „neuen Bundesländer“ und der bis heute fortbestehenden ökonomischen, strukturellen und sozialen Unterschiede zwischen Ost und West beschäftigen.

Natürlich soll das nicht bedeuten, dass es eine „gerechtere“ Form der Privatisierung geben könnte, jedoch hilft uns die Beschäftigung damit zu verstehen, warum die Dinge sind, wie sie sind und warum die Grenze Zwischen DDR und BRD bis heute fortbesteht.

Am Ende des Tages bedeutete DDR nicht die Emanzipation des Menschen, sondern Autoritär verkrusteter Staatskapitalismus mit rotem Anstrich.
Deshalb bleibt es dabei: Wenn Sozialismus, dann nur ohne Staaten!

Kundgebung am 28.06 – Holt Maja Zurück

Schluss mit menschenverachtenden Haftbedingungen, Schluss mit Isolation, verdammt nochmal Schluss mit Folter – Maja muss endlich zurück nach Deutschland kommen!

Kommt dafür am Samstag, den 28.06, dem Jahrestag von Maja’s unrechtmäßiger Auslieferung, um 16Uhr zur Straße der Menschenrechte!

Wir sehen uns <3

Gerechtigkeit für Lorenz

Schon wieder hat die Polizei einen schwarzen Menschen ermordet. Lorenz wurde am 20.04.2025 von hinten mit drei Schüssen in Hüfte, Oberkörper und Kopf durch die Polizei Oldenburg erschossen. Eine Kugel streifte Lorenz’ Oberschenkel, eine Kugel verfehlte. Der Tod des
21-Jährigen reiht sich ein in die Kontinuität rassistischer Morde durch die Polizei in Deutschland an People of Color. Mouhamed Lamine Dramé, Qosay Khalaf, Halim Dener, Achidi John, Amad Ahmad, Rooble Warsam, Christy Schwundeck und Ouri Jalloh sind nur wenige von vielen, die ihr Leben, direkt oder indirekt, durch die Polizei verloren.


‚Rassistische Mörderbullen ermitteln gegen rassistische Mörderbullen‘


Im staatlichen Standardvorgang nach Polizeimorden ermittelt die Polizei gegen sich selber. Dabei kam es bis jetzt in kaum einem Fall zu belastbaren Ergebnissen. Im Gegenteil, die Polizei verstrickt sich meistens selber in Lügen und Falschaussagen. Nach dem Mord an Ouri Jalloh behauptete die Polizei er hätte sich in der Zelle selbst angezündet. Die Initiative in Gedenken an Ouri Jalloh konnte sowohl beweisen, dass Ouri sich unmöglich selbst angezündet haben konnte, als auch, dass er vor seinem Tod schwer misshandelt worden war. Auch die Ermittlungen
der Polizei Frankfurt gegen die Frankfurter Polizei, die in internen Chatgruppen misogyne, antisemitische und rassistische Hetze verbreitete und Drohmails, unterschrieben mit ‚NSU2.0‘, verschickte, führten, Überraschung, zu keinem Ergebnis. Anstatt den strukturellen
Rassismus der Polizei anzuerkennen verbreiten Polizei und Behörden das Narrativ von einem unglücklichen Einzellfall nach dem anderen. Um dieses Narrativ zu wahren, werden interne Ermittlungen aktiv blockiert und zum Teil Beweise gefälscht oder beiseite geschafft. Im Gegensatz dazu wurden die Befugnisse der Polizei gegenüber der Bevölkerung in den letzten Jahren drastisch erweitert. Nach dem Mord an Lorenz ermittelt jetzt die Polizei Delmenhorst gegen die Polizei Oldenburg. Nachdem 2021 Qosay Khalaf in einer Polizeiwache in Delmenhorst starb, ermittelte die Polizei Oldenburg – das Verfahren wurde eingestellt. Rassistische Morde durch die Polizei sind nicht das Ergebnis einiger fauler Äpfel oder verwirrter Einzeltäter, sondern das System funktioniert wie gewollt. Rassismus und Kapitalismus sind
miteinander verschränkt und werden vom staatlichen Gewaltmonopol gestützt und genutzt.


Kein Freund, Kein Helfer


Die Polizei schützt uns nicht. Die Polizei schützt den Staat und seine Herrschaftsmechanismen, also die Aufrechterhaltung der weißen Vorherrschaft, des Patriarchats, des Kapitalismus und des Ableismus. Klar kann die Polizei auch sinnvolle Aufgaben übernehmen, wie die Regelung des Verkehrs nach einem Unfall. Das können wir aber selber genauso gut. Dafür brauchen keine hochgerüsteten Bullen, die uns erklären wo wir entlang zu fahren haben und die drohen unsere
schwarzen Freund*innen zu erschießen, wenn sie sich nicht daran halten. Wenn wir die Polizei weiterhin mit Waffen und weiteren Befugnissen ausstatten, wird sie unsere schwarzen Freund*innen weiterhin töten. Wenn wir weiterhin auf staatliche, gewaltorientierte Lösungskonzepte setzten werden wir die staatlichen Herrschaftsmechanismen erhalten.


Schaffen wir die Polizei ab


Die Polizei ist nicht reformierbar. Sie entstand als Institution, um Proteste niederzuschlagen, Arbeitszwang durchzusetzen, die Gesellschaft zu überwachen, das Eigentum einiger weiger zu sichern und die staatliche Herrschaft zu festigen. Das ist auch heute noch ihre Aufgabe
und das wird sich auch nicht ändern, wenn die Polizei queerer, migrantischer oder auf sonst irgendeine Art diverser wird. Bullen werden auch nicht weniger gefährlich für schwarze Menschen, wenn sie sich in ihrer Ausbildung mehr mit Rassismus beschäftigen müssen.
Stattdessen wollen wir den Bullen die Waffen wegnehmen und alle Mittel und Kapazitäten, die für den staatlichen Polizeiapparat verwendet werden in den Bau von Schulen, Wohnprojekten, Gewaltprävention und anderen sinnvollen Community-Projekten stecken. Wir wollen für Communities kämpfen, die nach außen widerstandsfähig sind und nach innen respektvoll und auf Augenhöhe miteinander leben. Anstatt die Polizei zu verändern wollen wir dafür kämpfen sie abzuschaffen. Lasst uns sorgsam miteinander sein, sodass wir gemeinsam gefährlich sein können. Anarchie heißt gegenseitige Hilfe und gemeinsamer Angriff.

Transformative Gerechtigkeit


Ein Ende der Polizei bedeutet natürlich noch lange kein Ende von Grenzüberschreitungen oder übergriffigem Verhalten. Doch eine ehrliche Auseinandersetzung mit vorgefallenen Grenzüberschreitungen wir erst dann überhaupt möglich, wenn die Verantwortung nicht an die
Bullen oder andere staatliche Strukturen ausgelagert wird. Wie können Konzepte aussehen, die eine solche Verantwortungsübernahme möglich machen? Cis und Trans Frauen of Color in armen
Communities in den USA stellten sich diese Frage in den 1990er Jahren. Die Polizei war und ist für sie eine reale Lebensgefahr, die in Konfliktfällen nicht gerufen werden konnte und kann. Daraufhin entwickelten sie, auf Basis von Ansätzen von indigenen Communities, das Konzept der Transformativen Gerechtigkeit. Im Gegensatz zu staatlicher Repression, deren Ziel es ist, die Herrschaftsverhältnisse aufrecht zu erhalten, zielt transformative Gerechtigkeit darauf ab die
Verhältnisse zu verändern, die den Konflikt oder Übergriff hervorgebracht haben. Dabei sieht sie den Konflikt nicht nur als Folge der individuellen Merkmale von Einzelpersonen, sondern als Ergebnis struktureller, gesellschaftlicher Merkmale. Deswegen beziehen transformative Gerechtigkeitsprozesse auch immer die Community mit ein; das Ziel ist gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme. Transformative Gerechtigkeit macht es auch überhaupt erst möglich
Übergriffen vorzubeugen. Die Bullen kommen immer erst danach und machen dann alles noch viel schlimmer.

Gerechtigkeit für Lorenz


Weitere Bullenmorde werden wir verhindern, indem wir die Polizei abschaffen, indem wir gemeinschaftliche Selbstverwaltung und Selbstverteidigung lernen und gegenseitige Hilfe und transformative Gerechtigkeit praktizieren. Und, indem wir für Gerechtigkeit für die Menschen kämpfen die die Polizei schon auf ihrem Gewissen hat. Nach einem Streit in einer Disko wurde Lorenz von der Polizei aufgehalten. Dann tötete sie ihn von hinten mit fünf Schüssen und drei
Kugeln in Hüfte, Oberkörper und Kopf. Die Körperkamera der Polizist*innen war ausgeschaltet. Unsere Gedanken sind bei Lorenz’ Familie und Freund*innen. Wir wünschen ihnen Kraft und möchten sie unterstützen in ihrem Kampf für Gerechtigkeit und gegen weitere Morde durch die Polizei. Dafür wurde unter gofundme.com/f/gerechtigkeit-fur-lorenz ein Spendenkonto eingerichtet.

Für ein Ende der Morde, für ein Ende der Polizei, für
gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme, Solidarität und
gegenseitige Hilfe!


(A)

Wir wollen Selbstbestimmung!

Du willst im Angesicht der kommenden Regierung noch Gebrauch von dem Selbstbestimmungsgesetz machen? Eigentlich geht das ganz einfach: du kannst einen Brief mit bestimmten Daten schreiben, das Original per Post an das Standesamt schicken und kriegst einen Termin in drei Monaten! Leider ist das Standesamt Nürnberg ein bisschen eigen und möchte ein spezifisches Formular…das ist rechtlich nicht bindend, du kannst das auch frei machen aber dann wird es in unserer Erfahrung nicht akzeptiert. Die Stadt besteht auf dieses Formular. Falls jemand diese Erfahrung auch gemacht hat und dagegen klagen möchte könnt ihr euch gerne bei QAF melden! Da die Stadt das Formular aber nicht öffentlich zur Verfügung stellt, machen wir das jetzt 😊 ihr findet es ahier als PDF zum Download.

Uns ist wichtig zu betonen, das die Identität jedes Menschen, egal was in deren Ausweis steht, valide ist und geachtet werden muss! Wir wissen aber das es einiges erleichtert, sich nicht ständig erklären und andere verbessern zu müssen. Deshalb wollen wir hier einen Niedrigschwelligen Zugang schaffen.

Einige Hinweise:
QAF sammelt Infos über die verschiedenen Standesamte in Mittelfranken im Bezug auf die Vornamensänderung. Wenn ihr schon Erfahrungen gemacht habt meldet euch gerne bei uns!
Wenn ihr darüber hinaus rechtliche Beratung braucht, meldet euch gerne bei der radikalen Transberatung im P31.

We want self-determination!
Do you want to make use of the Self-Determination Act in the face of the upcoming government? It’s actually quite simple: you can write a letter, send the original by post to the registry office and get an appointment in three months! Unfortunately, the registry office in Nuremberg is a bit particular and wants a specific form…this is not legally binding, you can also do it freely, but in our experience it will not be accepted. The city insists on this form. If anyone has had this experience and would like to take legal action against it, you are welcome to contact QAF! However, as the city does not make the form publicly available, we are doing this now 😊 You can find here as a PDF for download.

It is important to us to emphasize that the identity of every person, no matter what is written on their ID, is valid and must be respected! However, we know that it makes things easier not to have to constantly explain yourself and improve others. That is why we want to create low-threshold access here.

Some hints:
QAF collects information about the different registry offices in Middle Franconia regarding the change of first name. If you have already had experience, please contact us!
If you need legal advice, please contact the radical trans counseling service at P31.